Benutzerdaten schützen

Unsere Umfragen haben den Verdacht leider bestätigt. Viele User schenken der Passwortsicherheit in Chats und Communitys besonders wenig Aufmerksamkeit. Getreu dem Motto „was soll damit schon passieren?“ machen sich die wenigsten Gedanken über reale Gefahren.

Anhand folgender Beispiele wird schnell deutlich, wie gefährlich der lasche Umgang mit Passwörtern sein kann.

Beispiel 1

Du chattest gemeinsam mit Freunden und achtest natürlich nicht darauf, dein Passwort ungesehen einzugeben. Monate später kommt es zum Streit zwischen dir und den Freunden, die dein Passwort längst kennen. Als „kleine Racheaktion“ loggen diese sich in deinem Chat ein und nehmen dort deine Identität an. Dabei werden andere Chatter auf übelste Art und Weise belästigt. Was deine ehemaligen Freunde nicht wissen: Unter den Belästigten sind auch Kinder. Die Eltern erstatten Strafanzeige. Anhand deiner Login-Daten (Mail, IP) wird deine Anschrift ermittelt, da du als Verursacher verdächtigt wirst.

Beispiel 2

Eine Freundin bringt zum Cliquenabend einen „guten“ Bekannten mit. Dieser merkt sich dein Mail-Passwort, als du kurz mal nebenbei deine Mails checken willst. Nur wenig später missbraucht er deinen Mail-Account, um sich auf illegalen Webseiten einzuloggen und dort verbotene Inhalte zu tauschen. Anhand deiner Mailadresse wird deine Anschrift ermittelt. Eines Tages klingelt es morgens um 6 Uhr an der Haustür und die Polizei steht mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür. Man vermutet, dass du illegale Inhalte genutzt bzw. verbreitet hast. Zunächst werden dein PC und alle deine CDs und Festplatten sichergestellt. Du hast einen Riesenärger, weil du verdächtigt wirst.

Es müssen nicht einmal ehemalige Freunde oder entfernte „Bekannte“ sein, die dein Passwort missbrauchen. Der Passwortdiebstahl funktioniert auch ganz gut aus der Ferne – über das Internet. Viele Schadprogramme (Malware) wie z.B. Keylogger wurden programmiert, um an fremde Zugangsdaten zu gelangen. Mit geklauter Online-Identität lässt sich erheblicher Schaden anrichten. In einer Community oder im Chat können mit geklautem Passwort übrigens auch alle deine gespeicherten Nachrichten und Kontakte eingesehen und kopiert werden.

So kannst du solche Szenarien vermeiden

Ganz gleich, wer sich in deiner Nähe befindet. Gebe dein Passwort immer so ein, dass es wirklich niemand sehen kann. Auch mit sehr engen Vertrauten kann es in der Zukunft einmal zum bösen Streit und dadurch Racheaktionen kommen.

Sicherheits-Tipps

Nutze niemals einfach zu erratende Passwörter
Keine Namen aus deinem Umfeld, auch nicht die von Haustieren oder Verwandten. Ebenso sollten Geburtsdaten und Wörter, die mit dir in Verbindung gebracht werden können, vermieden werden!

Keine Standardbegriffe und Wörter
Im Netz werden vermehrt Programme zum knacken von Passwörtern verbreitet und eingesetzt. Diese Programme können innerhalb kürzester Zeit tausende von möglichen Passwörtern auf Webseiten mit Login-Feldern „testen“ und im Erfolgsfall von Kriminellen missbraucht werden. Daraus ergibt sich, dass keine gängigen Wörter benutzt werden sollten. Am besten eine Kombination aus Wort und Zeichen oder Zahlen.

Niemals ein Passwort für verschiedene Accounts
Ein einheitliches Passwort birgt besonders große Gefahren. Ist dies einmal geknackt bzw. geklaut, hat man mit diesem Passwort auf viele verschiedene Dienste Zugriff!

Passwörter regelmässig ändern
Lasse dein Passwort niemals unverändert – auch Datenbanken von Anbietern sind schon gehackt worden, um Zugangsdaten von Nutzern zu rauben. Kriminelle nutzen geklaute Passwörter oft erst Monate später, um keinen Verdacht zu wecken. Wir empfehlen, Passwörter mindestens 2-3 x im Jahr zu ändern.

Passwörter nicht speichern
So bequem es auch ist – Passwörter sollten nicht auf dem PC oder Notebook gespeichert werden. Wird dein PC oder Notebook einmal geklaut, sind die Zugangsdaten auch gleich in den Händen der Diebe.

Gute Schutz-Software verwenden

Achte darauf, dass du immer den höchstmöglichen Viren- und Spywareschutz auf deinem PC hast.

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